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So finanzieren Sie Ihre Unternehmensgründung

Der erste Schritt zur Gründung eines Unternehmens ist die Geschäftsidee. Mit der passenden Finanzierung für die Unternehmensgründung bringen Sie diese Idee auf den Weg zur Umsetzung. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Herausforderungen Gründerinnen und Gründer bei der Finanzierung häufig unterschätzen. Ein Überblick über die verschiedenen Finanzierungsformen ermöglicht Ihnen zu erkennen, welche davon für Ihr Vorhaben infrage kommen. Sie finden Hinweise auf Chancen, die Sie nutzen können und Risiken, die Sie im Auge behalten sollten. Und wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre persönliche Schmerzgrenze festlegen, damit Sie handlungsfähig bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht jede Finanzierung passt zu jeder Unternehmensphase: Eigenmittel bieten Unabhängigkeit. Bankdarlehen und Förderdarlehen sorgen für Planbarkeit. Crowdfunding schafft zusätzlich Aufmerksamkeit und Reichweite, wenn die Kampagne gut vorbereitet ist. Häufig bietet sich daher ein ausgewogener Finanzierungsmix an.
  • Banken und andere Kapitalgeberinnen und -geber bewerten nicht nur die Geschäftsidee: Sie prüfen vor allem, ob Geschäftsmodell, Finanzplanung und Rückzahlung beziehungsweise Rendite plausibel sind.
  • Realistische Planung schützt vor unnötigem Druck: Planen Sie ausreichende finanzielle Puffer ein. Legen Sie frühzeitig fest, bei welchen Entwicklungen Sie nachsteuern oder konsequent die Reißleine ziehen.

So viel Geld brauchen Sie wirklich

Viele Unternehmensgründungen scheitern nicht an der Geschäftsidee, sondern am Geld. Es ist zu früh aufgebraucht oder zu knapp kalkuliert. Denken Sie deshalb kurz nach, bevor Sie über Eigenmittel, Bankdarlehen, Förderdarlehen oder Crowdfunding sprechen. Überlegen Sie: Wie hoch ist Ihr Kapitalbedarf wirklich? Wann brauchen Sie das Geld? Wie viel Geld benötigen Sie, bis Ihr Unternehmen genügend abwirft, um davon leben zu können?

Ihr Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und dennoch in Schwierigkeiten geraten. Das passiert zum Beispiel, wenn Ihre Kundinnen und Kunden zu spät zahlen oder wenn größere Ausgaben vorfinanziert werden müssen. Dann zählen nicht allein die Kosten. Entscheidend ist vor allem, ob zum richtigen Zeitpunkt genug Geld verfügbar ist. Auf die Liquidität kommt es an. Planen Sie daher nicht nur die Kosten, sondern achten Sie darauf, wann Geld auf Ihr Konto kommt und wann Sie es ausgeben müssen.

Einmalige Kosten versus laufende Kosten

Strukturieren Sie Ihre Ausgaben klar. Laufende Kosten entstehen auch ohne stabile Umsätze. Die Anlaufphase dauert oft länger als erwartet.

Einmalige Startkosten sind beispielsweise: Gründungskosten, Equipment, Website, erste Warenbestände, Zertifizierungen, Prototypen, Einrichtung, Beratung.

Laufende Kosten sind beispielsweise: Miete, Software-Abos, Versicherungen, Hosting, Marketing, Personalkosten, Buchhaltung, Mobilität, Zinsen, Lager, laufender Wareneinkauf.

Gewinn ist nicht gleich Geld auf dem Konto

Sie schreiben beispielsweise eine Rechnung über 10.000 Euro: Gut für Ihren Umsatz. Das Geld kommt jedoch erst später. Gleichzeitig fallen sofort Ausgaben an.

Fazit: Umsatz da – Liquidität fehlt.

Entscheidend ist daher nicht nur „Wie viel brauche ich?“, sondern auch: „Wie lange muss ich finanziell durchhalten?“

Planen Sie realistisch – nicht mit Wunschdenken

Rechnen Sie nicht nur mit dem besten Szenario, sondern auch mit schlechteren Varianten. Wird es dort bereits knapp, fehlt die nötige Sicherheit.

  • Basisszenario: realistisch und vorsichtig optimistisch
  • Schlechtes Szenario: weniger Umsatz, mehr Verzögerungen und höhere Kosten
  • Gutes Szenario: besser als erwartet

Puffer einplanen – Ihr Airbag für die ersten Monate

Ein Puffer ist kein Luxus. Er sorgt für Stabilität. Oftmals brauchen Sie mehr Puffer als gedacht, beispielsweise bei:

  • längeren Markteintritten,
  • höheren Marketingkosten,
  • Nachbesserungsbedarf am Angebot oder
  • verspäteten Zahlungen.

Planen Sie deshalb einen Sicherheitsaufschlag auf Ihren Bedarf ein. Die Höhe hängt von der Branche und dem Geschäftsmodell ab.

In 7 Schritten zur soliden Finanzierungssumme

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  • Startzeitpunkt definieren

    Legen Sie den offiziellen Beginn Ihrer Unternehmensgründung fest. Planen Sie auch die Dauer bis zur wirtschaftlichen Stabilität Ihres Unternehmens.

  • Einmalige Startkosten erfassen

    Tragen Sie alle Ausgaben zusammen, die vor oder zum Start der Gründung Ihres Unternehmens entstehen. Dazu gehören große Investitionen ebenso wie kleinere Anschaffungen.

  • Monatliche Betriebskosten kalkulieren

    Listen Sie Ihre regelmäßigen Kosten auf. Dabei geht es um Kosten wie Miete, Software-Abos, Versicherungen und sonstige wiederkehrende grundlegende Ausgaben.

  • Variable Kosten berechnen

    Bestimmen Sie alle umsatzabhängigen Kosten, zum Beispiel für Wareneinsatz, Plattformgebühren, Versand oder externe Dienstleistungen.

  • Umsatz realistisch planen

    Starten Sie mit vorsichtigen Annahmen, statt direkt mit voller Auslastung zu kalkulieren. Steigern Sie Ihre Umsätze schrittweise.

  • Liquidität im Blick behalten

    Vergleichen Sie jeden Monat Ihre Einnahmen und Ausgaben. Wann ist Ihr Kontostand am niedrigsten? Diese Phase ist entscheidend.

  • Finanzierung wählen und Puffer einplanen

    Wählen Sie die passende Finanzierung, beispielsweise einen Mix aus Eigenkapital und Fördermitteln oder Alternativen. Planen Sie eine Sicherheitsreserve ein.

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Die passende Finanzierungsform finden

Es gibt nicht die eine passende Finanzierungsform. Entscheidend ist, welche Finanzierung zu Ihrem Geschäftsmodell, Ihrer aktuellen Unternehmensphase und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft passt. Erfahren Sie im nachfolgenden Überblick, wann welche Finanzierungsform sinnvoll sein kann, und welche typischen Stolperfallen bestehen.

Eigenmittel: Freiheit und Tempo mit persönlichem Risiko

Sie bringen alles selbst ein. Beispielsweise Ersparnisse, Einkommen aus einem Nebenjob, Unterstützung aus dem privaten Umfeld oder Sachanlagen wie Hardware.

Vorteile

  • Sie müssen niemanden überzeugen, bleiben unabhängig und starten schnell.
  • Sie treffen Entscheidungen selbst. Dafür brauchen Sie keine Abstimmung. Es gibt keine Auflagen. Und kein Außenstehender blickt in Ihre Zahlen. 
  • Sie müssen keine Zinsen zahlen.
  • In einer frühen Unternehmensphase sind Eigenmittel besonders wertvoll. Das gilt zum Beispiel, wenn Sie zunächst testen, ob Produkt und Markt zusammenpassen.

Nachteile

  • Eigenmittel sind endlich. Persönliches Kapital ist gebunden. Möglicherweise würden Sie mehr Ertrag für Ihr Kapital erhalten, wenn Sie dieses anlegen.
  • Planen Sie zu knapp, wird aus der Freiheit schnell Druck.
  • Besonders riskant wird es, wenn Ihre privaten Rücklagen aufgebraucht sind, wenn die Finanzierung Ihrer Unternehmensgründung noch nicht stabil steht.

Passt besonders gut, wenn Sie ...

  • mit einem überschaubaren Budget starten,
  • schnell Ihre Geschäftsidee testen möchten, ohne lange Antrags- oder Prüfprozesse,
  • Wert auf Unabhängigkeit legen und Entscheidungen flexibel halten möchten.

Typische Stolperfallen

  • Sie unterschätzen laufende Kosten und die Dauer bis zum stabilen Umsatz.
  • Sie vermischen private und geschäftliche Finanzen und verlieren unter Umständen die Übersicht.
  • Sie „sparen sich kaputt“ und investieren beispielsweise zu wenig in Vertrieb und Marketing.

Bankdarlehen: Startkapital aufstocken, aber oft Sicherheiten erforderlich

Ein Bankdarlehen ergänzt Ihre eigenen finanziellen Mittel. Damit finanzieren Sie größere Investitionen oder den Kapitalbedarf in Ihrer Startphase. Investitionskredite mit mittel- und langfristigen Laufzeiten über mehrere Jahre bieten sich an. Die Laufzeit ist abhängig vom Kreditbetrag und der Höhe der Raten.

Vorteile

  • Eigenes Kapital kann teilweise als Liquiditätsreserve zurückgehalten werden.
  • Vereinbarte Laufzeiten und Raten sowie Förderprogramme sorgen für eine stabile und planbare Finanzierung.
  • Es ist keine Abgabe von Unternehmensanteilen an Investoren notwendig.

Nachteile

  • Zins- und Tilgungszahlungen fallen regelmäßig an - unabhängig davon, wie sich Umsatz und Gewinn entwickeln.
  • Banken prüfen Bonität, Businessplan und Eigenkapital. Oft verlangen sie zusätzliche Sicherheiten.
  • Entwickelt sich das Unternehmen schlechter als geplant, müssen die Verbindlichkeiten dennoch zurückgezahlt werden.

Passt besonders gut, wenn ...

  • der Kapitalbedarf gut planbar ist, zum Beispiel für Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge oder die Geschäftsausstattung,
  • ausreichend Liquidität für die laufenden Raten vorhanden ist und realistisch mit stabilen Einnahmen gerechnet werden kann,
  • ein tragfähiger Businessplan und passende Sicherheiten vorliegen, sodass die Voraussetzungen für eine Kreditvergabe erfüllt sind.

Typische Stolperfallen

  • Sie unterschätzen Anlaufkosten, finanzielle Reserven und unerwartete Ausgaben.
  • Ihre Einnahmen bleiben hinter den Erwartungen zurück, Zins und Tilgung belasten Ihre Liquidität.
  • Laufzeit, Tilgung und Zinsbindung passen nicht zur finanziellen Entwicklung Ihres Unternehmens.
  • Sie übersehen Haftungsrisiken und prüfen Fördermöglichkeiten nicht ausreichend.

Förderdarlehen: Stabilität und Planung mit Anforderungen

Förderdarlehen sind für viele Gründungen und junge Unternehmen attraktiver als klassische Kredite. Sie haben beispielsweise längere Laufzeiten oder Anlaufphasen, in denen Sie noch nicht tilgen müssen.

Vorteile

  • Niedrige Zinsen, lange Laufzeiten und oft tilgungsfreie Anfangsjahre entlasten Ihre Liquidität in der Startphase.
  • Staatliche Unterstützung und Haftungsfreistellungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Kreditzusage. Das gilt auch, wenn Sie nur wenig Eigenkapital einbringen.
  • Feste Zinssätze und Förderprogramme sorgen für eine stabile und planbare Finanzierung.

Nachteile

  • Sie beantragen das Förderdarlehen vor Beginn Ihrer Gründung. Dafür brauchen Sie einen Businessplan. Außerdem stimmen Sie sich vor Antragsstellung mit Ihrer Bank ab.
  • Das Förderdarlehen ist oft zweckgebunden. Eine nachträgliche Änderung ist schwierig.
  • Durch Prüfprozesse entsteht eine längere Bearbeitungszeit, bis die Finanzierung zur Verfügung steht.

Passt besonders gut, wenn ...

  • Sie Investitionen oder Betriebsmittel planbar finanzieren möchten,
  • Ihr Geschäftsmodell nachvollziehbar ist und Sie Zahlen nachvollziehbar begründen,
  • Sie im Gespräch mit der Bank überzeugen und Bearbeitungszeiten durch Prüfprozesse in Kauf nehmen.

Typische Stolperfallen

  • Sie rechnen zu optimistisch, um das Förderdarlehen zu erhalten.
  • Sie unterschätzen Zeit und Aufwand für Unterlagen, Prüfung und Auszahlung.
  • Sie planen zu knapp, ohne einen Puffer einzuplanen.
  • Sie geraten gegebenenfalls in eine zweite Finanzierungsrunde, bevor die erste überhaupt stabil wirkt.

Crowdfunding: Geld, Markttest und hoher Kommunikationsdruck

Sie sammeln Geld von vielen Unterstützerinnen und Unterstützern ein. Crowdfunding gibt es als Vorverkaufs-, Beteiligungs- oder Darlehensmodell.

Vorteile

  • Finanzierung ohne Bankdarlehen, je nach Modell auch ohne Sicherheiten oder direkte Rückzahlungspflichten möglich.
  • Frühes Feedback zum Produkt sowie Aufbau von Reichweite und Kundschaft schon vor dem Start möglich.
  • Unterstützerinnen und Unterstützer werden zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die das Projekt weiterempfehlen und langfristig begleiten.

Nachteile

  • Keine Garantie, dass das Finanzierungsziel erreicht wird. Im schlimmsten Fall gibt es kein Kapital.
  • Hoher Kommunikationsaufwand, um sichtbar zu sein, Vertrauen aufzubauen und eine Community zu aktivieren.
  • Ideen sollten Ihren Unterstützerinnen und Unterstützern früh vorgestellt werden. Diese erwarten Fortschritte, was zusätzlichen Druck erzeugt.

Passt besonders gut, wenn ...

  • Ihre Geschäftsidee gut erzählbar und verständlich ist, das heißt mit einem klaren Nutzen und einem nachvollziehbaren Problem,
  • Sie ein Produkt oder Konzept haben, das sich gut vorab präsentieren lässt und das Community- und Story-Potenzial mitbringt,
  • Sie Marketingarbeit leisten und eine Community aufbauen möchten.

Typische Stolperfallen

  • Sie unterschätzen den Kommunikationsaufwand und die Pflege einer Community.
  • Sie rechnen mit Ihren Unterstützerinnen und Unterstützern, ohne bereits Interesse oder Traffic zu haben.
  • Sie vergessen: Auch hier gibt es Kosten, wie zum Beispiel Plattformgebühren, Produktion, Versand, Support.

Fazit

In der frühen Unternehmensphase sind Eigenmittel oft am schnellsten verfügbar. Das gilt besonders, wenn Sie noch an Ihrer Idee oder an einem ersten Minimum Viable Product (MVP) arbeiten. Wird Ihr Geschäftsmodell klarer, brauchen Sie meist planbare Mittel. Dann decken Bankdarlehen und Förderdarlehen planbare Kosten und sorgen für Stabilität. Crowdfunding eignet sich insbesondere, wenn Sie Geld und ein Marktsignal zugleich möchten. Dafür sollten Sie bereit sein, öffentlich sichtbar zu werden. Es kann auch als Wachstumsschub dienen.

Der reine Blick auf die günstigste Option greift oft zu kurz. Jede Finanzierungsart hat ihren Preis. Mal sind es Zinsen, mal Zeit, Abhängigkeiten oder zusätzlicher Druck. Damit Sie nicht in „Entweder-oder“ denken, hilft ein klarer Blick auf typische Stärken und Schwächen der jeweiligen Finanzierungsform.

Viele Unternehmen starten stabiler, wenn sie ihre Finanzierung auf mehrere Säulen stellen. Ein guter Mix verteilt Risiken und hält den Handlungsspielraum offen. Eigenmittel eignen sich für einen schnellen Start und erste Tests, während Bankdarlehen und Förderdarlehen planbare Kosten abdecken. Eigenmittel und Crowdfunding greifen gut ineinander. Zunächst entwickeln Sie den Prototyp und die Story aus eigener Kraft. Anschließend gestalten Sie Reichweite, Markteinführung und Vorfinanzierung gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern. Bankdarlehen, Förderdarlehen und Crowdfunding ergänzen sich. Crowdfunding liefert ein Marktsignal und bringt erste Nachfrage. Das Bankdarlehen und das Förderdarlehen unterstützen Wachstum und stabile Prozesse, etwa bei Lager, Team oder digitalen Systemen.

Bürgschaften und Business Angels: Unterstützung bei der Gründung

Bürgschaften und Business Angels können bei Ihrer Unternehmensgründung eine wichtige Rolle spielen.

Bürgschaften erleichtern Ihnen den Zugang zu Bankdarlehen, wenn Sie nicht über ausreichende eigene Sicherheiten verfügen. Dabei übernimmt eine Bürgin oder ein Bürge das Risiko, für die Rückzahlung des Kredits einzustehen, falls Ihr Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann.

Business Angels stellen Ihnen dagegen in der Regel Eigenkapital zur Verfügung. Sie erhalten dafür Anteile an Ihrem Unternehmen. Neben Kapital bringen sie häufig auch Erfahrung, Branchenwissen und wertvolle Kontakte ein.

Während Sie ein durch Bürgschaft abgesichertes Darlehen zurückzahlen müssen, entstehen Ihnen bei einem Business Angel keine klassischen Kreditraten. Dafür geben Sie einen Teil Ihrer Unternehmensanteile und gegebenenfalls auch Mitspracherechte ab.

3 Leitfragen, die Orientierung geben

Wie sicher sind Ihre Einnahmen in den nächsten sechs Monaten?

Wenn Ihre Einnahmen noch schwanken, brauchen Sie vor allem Flexibilität und einen ausreichenden finanziellen Puffer. Hohe, langfristige Verpflichtungen schränken Ihren Handlungsspielraum dagegen schnell ein.

Wie wichtig ist Ihnen Ihre Unabhängigkeit?

Wenn Sie Entscheidungen schnell treffen und Ihre Planung regelmäßig anpassen müssen, bremsen umfangreiche Abstimmungen, feste Vorgaben oder zusätzlicher Druck Ihre Entwicklung.

Wofür brauchen Sie das Geld konkret – und zu welchem Zeitpunkt?

Eine allgemeine Aussage wie „für Wachstum“ reicht nicht aus. Eine passende Finanzierung orientiert sich an einem klaren Zweck, etwa an Produktentwicklung, Vertrieb, Personal, Lagerbestand oder Marketing. Ebenso wichtig ist ein realistischer Zeitplan für den Einsatz der Mittel.

Förderprogramme

Für fast jedes Vorhaben gibt es das passende Förderprogramm der Bundes- und Landesförderinstitute. Besuchen Sie die FörderWelt, wenn Sie sich erst einmal einen Überblick darüber verschaffen möchten, wofür es alles Geld gibt. Oder nutzen Sie den FördermittelFinder, wenn Sie schon genau wissen, was Sie vorhaben. Beide Angebote sind Online-Services der DZ BANK, einer Partnerbank Ihrer Volksbank Sulmtal eG.

FörderWelt

In der FörderWelt erfahren Sie, wie Sie Fördermittel für Ihr Vorhaben nutzen können. Außerdem finden Sie dort wichtige Informationen zu den aktuellen Förderprogrammen des Bundes und der Länder.

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FördermittelFinder

Finden Sie mit diesem Online-Check heraus, welche Förderangebote zu Ihrem Vorhaben passen. Vereinbaren Sie anschließend einen Termin mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater.

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Verhandlungen mit Ihren Finanzierungspartnerinnen und -partnern

Ob Bank, Förderinstitut oder andere Finanzierungspartnerinnen und -partner: In Verhandlungen zählen nicht nur Zahlen. Vertrauen, Klarheit und ein gutes Gefühl für Risiken spielen ebenso eine wichtige Rolle. Sie müssen Ihr Vorhaben dabei nicht „verkaufen“. Entscheidend ist, dass Sie nachvollziehbar zeigen, wie sicher Sie Ihr Projekt steuern. Dazu gehört auch, Risiken offen zu benennen, realistisch einzuordnen und gezielt im Blick zu behalten.

Diese Unterlagen sollten Sie vorbereiten

Viele Gründerinnen und Gründer denken: „Wenn die Idee gut ist, überzeugt sie von allein“. In Finanzierungsgesprächen zählt jedoch vor allem, ob Ihr Vorhaben tragfähig, durchdacht und realistisch wirkt.

Typische Prüfpunkte sind:

  • Geschäftsmodell und Markt: Wer kauft Ihr Angebot, aus welchem Grund und wie erreichen Sie diese Kundinnen und Kunden?
  • Zahlenlogik: Passen Umsatzannahmen, Kosten und Liquidität schlüssig zusammen?
  • Umgang mit Risiken: Was geschieht, wenn sich der Start um drei Monate verzögert? Welche Ausgaben reduzieren Sie zuerst?
  • Gründerin oder Gründer und Team: Zeigen Sie glaubhaft, dass Sie umsetzen, lernen, führen und verkaufen.
  • Sicherheiten und Finanzierungsstruktur: Beides entscheidet nicht immer über eine Zusage. Dennoch sollten Sie gut vorbereitet sein.

Vertrauen entsteht nicht durch Aussagen wie „Alles ist sicher“. Es entsteht, wenn Sie zeigen: „Ich habe die möglichen Entwicklungen durchdacht und einen klaren Plan“.

So erzählen Sie Ihr Vorhaben: klar, knapp, belastbar

Eine klare Gesprächsstruktur hilft Ihnen, Ihre Geschäftsidee überzeugend und verständlich zu präsentieren:

  • Problem und Zielgruppe: Welches konkrete Problem lösen Sie – und für wen?
  • Lösung und Nutzen: Was bieten Sie an? Was unterscheidet Ihr Angebot von anderen Lösungen?
  • Markteintritt: Wie gewinnen Sie Ihre ersten Kundinnen und Kunden?
  • Zahlen und Finanzierungsbedarf: Wie viel Kapital benötigen Sie? Wofür setzen Sie es ein und zu welchem Zeitpunkt?
  • Risiken und Absicherung: Welche Herausforderungen erwarten Sie und wie gehen Sie damit um?

Wenn Sie diese Punkte in 5 bis 7 Minuten klar und nachvollziehbar erklären, schaffen Sie eine gute Grundlage für viele Gespräche.

Verhandlungshebel: Wo Sie Gestaltungsspielraum haben

Viele Gründerinnen und Gründer sprechen bei einer Finanzierung vor allem über die Kreditsumme. Doch auch die weiteren Bedingungen entscheiden, wie gut die Finanzierung zu Ihrem Unternehmen und zur jeweiligen Entwicklungsphase passt.

  • Laufzeit: Eine längere Laufzeit senkt häufig die monatliche Belastung. Gleichzeitig steigen dadurch unter Umständen die Gesamtkosten.
  • Tilgungsfreie Zeit: In der Anlaufphase entlastet eine tilgungsfreie Zeit die Liquidität und schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum.
  • Auszahlung in Tranchen: Eine schrittweise Auszahlung passt besonders zu Vorhaben mit klaren Meilensteinen. Sie begrenzt das Risiko für beide Seiten.
  • Sicherheitenmix: Wenn Sicherheiten eine Rolle spielen, helfen offene und realistische Gespräche. Auch alternative Sicherheiten eignen sich als Bestandteil der Finanzierung.
  • Flexibilität: Sondertilgungen, ein Wechsel des Tilgungssatzes oder weitere Anpassungsmöglichkeiten gewinnen oft im weiteren Verlauf an Bedeutung.
  • Covenants und Reporting: Falls vertragliche Kennzahlen oder regelmäßige Berichte vorgesehen sind, sollten Umfang, Rhythmus und Anforderungen von Anfang an klar feststehen.

Dos and Don'ts im Gespräch

Dos

  • Rechnen Sie konservativ und erklären Sie Ihre Annahmen, beispielsweise „Warum genau dieser Umsatz?“.
  • Zeigen Sie konkret, wofür Sie das Geld einsetzen, zum Beispiel „X Euro für Marketing, Y für Betriebsmittel, Z für einen Puffer“.
  • Sprechen Sie Risiken inklusive Plan B offen an, zum Beispiel „Wenn der Launch später kommt, kürzen wir zuerst …“.
  • Zeigen Sie den eigenen Beitrag in Form von Eigenmitteln, Zeit, Netzwerk oder bereits erreichter Meilensteine.

Don'ts

  • Reden Sie Zahlen nicht schön, um schneller eine Zusage zu bekommen.
  • Erscheinen Sie nicht ohne Liquiditätsplanung.
  • Weichen Sie auf Fragen nicht aus oder werden Sie nicht defensiv. Reichen Sie Antworten besser kurz nach.
  • Vermeiden Sie, alles gleichzeitig zu wollen, beispielsweise maximale Summe, minimale Rückzahlung und maximale Flexibilität.

Checkliste für Ihren Termin mit der Bank: Das gehört in die Mappe

Wenn Sie die folgenden Unterlagen dabeihaben, wirken Sie sofort strukturierter:

  • einseitiges Kurzprofil mit Problembeschreibung, Lösung, Zielgruppe, Status und nächstem Meilenstein,
  • Pitch-Deck oder Businessplan,
  • Finanzplan und Liquiditätsplanung für mindestens 12 Monate, besser für 24 Monate,
  • Kapitalbedarf und Mittelverwendung am besten tabellarisch auf einer Seite dargestellt,
  • Szenarien mit Beschreibung eines Basis- und eines schlechten Szenarios, inkl. Maßnahmenliste,
  • Nachweise zu Eigenmitteln sofern relevant,
  • Teamprofil mit Beschreibung „wer macht was“ und „warum sind Sie dafür geeignet“,
  • Fragenliste mit Konditionen, Zeitplan, Auszahlungslogik und Beschreibung der nächsten Schritte.

Praktischer Tipp: Schreiben Sie sich zum Schluss 3 klare Gesprächsziele auf:

  1. „Was brauche ich heute?” —beispielsweise Einschätzung, Zusageprozess oder Unterlagenliste,
  2. „Was ist der nächste konkrete Schritt?” — zum Beispiel Termin, Antrag oder Nachreichung,
  3. „Bis wann?” — realistischer Zeitplan.

Was Finanzierung leisten kann und was nicht

Eine Finanzierung schafft Spielraum. Sie unterstützt Ihre Unternehmensgründung, ersetzt jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Fehlt die Nachfrage bei Ihrem Geschäftsmodell, löst weiteres Kapital das grundlegende Problem nicht. Entscheidend ist ein klar definierter Verwendungszweck und dass Ihr Unternehmen die finanziellen Belastungen dauerhaft trägt.

Auch der Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle. Bankdarlehen, Förderdarlehen oder Crowdfunding stehen häufig nicht sofort zur Verfügung, während erste Kosten bei Ihnen anfallen. Gleichzeitig können Ihre Umsätze später kommen, Kosten steigen oder Ihre Kundinnen und Kunden verspätet zahlen. Ein belastbarer Finanzierungsplan berücksichtigt solche Entwicklungen. Er prüft, ob Ihr Unternehmen Fixkosten, Rückzahlungen und laufende Ausgaben auch unter schwierigeren Bedingungen bezahlen kann.

Wiederkehrende Liquiditätslücken, zu wenige Abschlüsse, hohe Kosten für neue Kundinnen und Kunden sind deutliche Warnsignale für Sie. Auch geringe Margen oder ausbleibende Fortschritte bei wichtigen Meilensteinen zeigen, dass Veränderungen notwendig sind. Dauerhafte Belastungen in Ihrem Team sind ein weiteres Warnsignal. Klare Ziele, feste Zeiträume und definierte Abbruchkriterien helfen Ihnen dabei, die Entwicklung sachlich zu bewerten. So entscheiden Sie gezielt, ob ein Kurswechsel, eine Pause oder ein geordneter Ausstieg sinnvoll ist. Wenn Sie Ihr Vorhaben beenden oder neu ausrichten, klären Sie zunächst Ihre Verpflichtungen und kommunizieren Sie offen. Halten Sie außerdem wichtige Erfahrungen für den nächsten Schritt fest.

FAQ zur Finanzierung einer Unternehmensgründung

Wie viel Eigenkapital sollten Sie einbringen?

Der Anteil an Eigenmitteln ist nicht so entscheidend. Sie sollten damit die ersten Monate stabil überstehen und nicht bei jeder Verzögerung sofort in den Krisenmodus rutschen. Eigenmittel sind besonders wertvoll für Ausgaben, die sofort fällig und nicht „mal eben“ verschiebbar sind, beispielsweise für das MVP oder die erste Kundengewinnung.

Was sehen Banken als „guten“ Finanzplan an?

Vor allem Nachvollziehbarkeit ist wichtig. Ihr Finanzplan muss nicht perfekt, aber logisch sein. Erläutern Sie, wie Sie Ihre Umsätze erzielen möchten, welche Preise Sie ansetzen und mit wie vielen Verkaufsabschlüssen Sie rechnen. Kostenblöcke sollten realistisch wirken. Die Liquiditätsplanung sollte zeigen, dass Sie Engpässe früh erkennen. Hilfreich ist zudem, wenn Sie nicht nur eine Zahl zeigen, sondern auch sagen: „Wenn X passiert, mache ich Y.“.

Wie lange dauert es typischerweise, bis Förderdarlehen ausgezahlt werden?

Das hängt stark vom Programm, dem Prozess über eine Bank oder einen Finanzierungspartner und von der Qualität Ihrer Unterlagen ab. Oft kann es mehrere Wochen dauern, wenn Unterlagen fehlen oder Rückfragen kommen. Deshalb lohnt es sich, früh zu starten und parallel einen Plan B zu haben.

Was sind typische Gründe, warum eine Finanzierung scheitert?

In der Praxis sind es häufig diese Punkte:

  • Zahlen wirken zu optimistisch oder widersprechen sich, beispielsweise sind der Umsatz zu hoch und die Marketingkosten zu niedrig eingeschätzt.
  • Liquidität ist nicht durchgerechnet, da nur eine Gewinnrechnung, aber keine Cashflow-Logik vorliegt.
  • Mittelverwendung ist zu unscharf definiert, zum Beispiel „zur Finanzierung von Wachstum“ statt „für die Maßnahmen X und Y“.
  • Risiken werden nicht benannt, so als ob alles glatt laufen wird.
  • Zu knapp geplant, es liegt kein Puffer, keine Szenarien und kein Plan B vor.
Was passt besser für Start-ups: Bankdarlehen und Förderdarlehen oder Crowdfunding?

Das hängt vom Ziel ab: Wenn Sie Planbarkeit für Investitionen oder Betriebsmittel brauchen und Ihr Modell gut belegbar ist, passen Bankdarlehen und Förderdarlehen oft gut. Wenn Sie zusätzlich Marktvalidierung, Sichtbarkeit und Community wollen und Ihr Angebot gut erzählbar ist, kann Crowdfunding stark sein. Häufig ist ein Mix sinnvoll: Crowdfunding für den Marktstart und als Marktsignal, das Förderdarlehen für Struktur und Wachstum.

Wie groß muss meine Community für Crowdfunding sein?

Pauschal: größer als Sie denken – oder aktiver als Sie hoffen. Eine Kampagne lebt davon, dass Sie nicht bei null starten. Wenn Sie heute noch keine Reichweite haben, planen Sie zuerst Zeit für den Aufbau einer Community mittels Newsletter, Social Media und Partnerschaften ein. Setzen Sie die Kampagne so auf, dass sie realistisch aus eigener Kraft anläuft. Crowdfunding funktioniert am besten, wenn es bereits vor dem Start echtes Interesse gibt – nicht erst danach.

Was können Sie tun, wenn Sie keinen Kredit bekommen?

Erst einmal ruhig bleiben: „Nein“ heißt oft nicht „nie“, sondern „noch nicht so“. Drei sinnvolle Schritte:

  1. Konkretes Feedback einholen: Woran lag es? Zahlen, Sicherheiten, Phase, Unterlagen, Branchenrisiko?
  2. Ausgangslage anpassen: Kapitalbedarf reduzieren, schlanker starten, kleinere Meilensteine, zum Beispiel zunächst mit einem MVP statt sofort mit einem Vollausbau.
  3. Alternative Bausteine prüfen: Mehr Eigenmittel aufbauen, Crowdfunding, Partnerschaften und Vorverkäufe, kleinere Etappenfinanzierung.
Wie viel Finanzierung ist „zu viel“?

Für eine zu hohe Finanzierung gibt es verschiedene Warnzeichen: 

  • hohe monatliche Belastung schon in der Anlaufphase,
  • kaum Puffer oder
  • Sie brauchen sofort starkes Wachstum, damit die Rückzahlung überhaupt funktioniert.

Gute Finanzierung fühlt sich nicht „maximal“ an, sondern steuerbar.

Welche Kennzahlen sollten Sie monatlich tracken?

Ein pragmatisches Set, das für viele Unternehmensgründungen reicht:

  • Liquiditätsreichweite: Wie viele Wochen und Monate kommen Sie mit dem aktuellen Geld aus?
  • Einzahlungen und Auszahlungen: Was kommt jeden Monat rein, was geht raus?
  • Umsatz, Deckungsbeitrag und Marge: Nicht nur den Umsatz feiern, sondern den Betrag nach variablen Kosten.
  • Pipeline, Leads und Abschlussquote: Damit Ihr Vertrieb messbar wird.
Wann ist der Punkt, an dem Sie die Reißleine ziehen sollten?

Ziehen Sie die Reißleine, wenn Sie über mehrere Wochen hinweg sehen, dass der Puffer schmilzt, aber keine wirksame Kurskorrektur greift. Hilfreich ist, vorab klare Kriterien zu definieren, zum Beispiel eine minimale Liquiditätsreichweite, definierte Meilensteine, Grenzen für private Risiken. Die Reißleine ziehen heißt nicht „aufgeben“, sondern die bewusste Entscheidung zu stoppen, zu pausieren, zu verkleinern oder neu auszurichten – bevor es teuer wird.

  • Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung bei Ihrer Volksbank Sulmtal eG nicht ersetzen. 

    Zuletzt aktualisiert am xx. xx. 2026.